Parkgeschichte Arches Nationalpark

Stephen Tyng Mather

Stephen Tyng Mather

Im Jahr 1922 kam der aus Ungarn stammende und in Salt Valley wohnende Prospektor Alexander Ringhoffer mit seinen beiden Söhnen und dem Schwiegersohn in diese Gegend und war so beeindruckt von der Landschaft, dass er sie touristisch bekannt machen wollte. So lud er Frank Wadleigh, den Passagierverkehrsmanager der Denver and Rio Grande Western Railroad, dazu ein, sich von der wilden Schönheit dieser Gegend selbst zu überzeugen. Wadleigh reiste daraufhin im September 1923 zum heutigen Arches und war derart begeistert, dass er Stephen Tyng Mather kontaktierte, den ersten Direktor der National Park Services. Mather setzte sich nun für die Schaffung eines National Monument ein, und schon am 12. April 1929 unterzeichnete Präsident Herbert Hoover eine Ausführungsverordnung, die Arches als National Monument begründete.

Die Größe des Monuments wurde in der Folgezeit zunächst von Präsident Dwight D. Eisenhower vermindert, dann aber von Präsident Lyndon Johnson auf 295 Quadratkilometer vergrößert. Am 12. November 1971 unterzeichnete Präsident Richard Nixon ein Gesetz des Kongresses, das Arches zum Nationalpark machte. 1998 wurde der Bereich des Parks um 12,7 Quadratkilometer erweitert um Lost Spring Canyon mit einzuschließen, was die Gesamtgröße auf 309 Quadratkilometer hob.

Die Gegend um den Arches kann auf wenig dauerhafte menschliche Besiedlung zurückblicken. Die ersten Spuren stammen aus einer Periode nach der letzten Eiszeit vor rund 10.000 Jahren. Jäger und Sammler zogen in die Gegend und erforschten den Courthouse Wash, wo sie Ablagerungen von Feuerstein und Chalzedon (ein milchiger, mikrokristalliner Quarz) vorfanden - ideale Materialien für die Herstellung von Steinwerkzeugen. Durch das Spalten und Absplittern der Steine entstanden Pfeilspitzen, Messer und Schabwerkzeuge. Dabei entstand Abfall, der heute noch sichtbar ist. Vor rund 2.000 Jahren begannen nomadisierende Jäger und Sammler, einige Pflanzen zu kultivieren und ließen sich im Grenzgebiet zwischen Utah, Arizona, Colorado und New Mexico (Four Corners) nieder. Diese frühen Bauern, bekannt als Ancient Pueblos und Fremont People, bauten Mais, Bohnen und Kürbis an und lebten in Unterkünften wie die im Mesa Verde Nationalpark. Obschon man keine Behausungen im Arches gefunden hat gibt es am nördlichen Rand des Ancient Pueblo-Territoriums Felszeichnungen, oft oberhalb von Wasserlöchern. Die Fremont waren Zeitgenossen der Ancient Pueblos und lebten in der selben Gegend. Trotzdem unterscheiden sie sich z.B. durch die Felszeichnungen und ihre Töpferkunst, die andere Technologien und Traditionen offenlegen. Beide Kulturkreise verließen die Gegend vor rund 700 Jahren. Mit ihrem Verschwinden zogen Shoshonen wie die Ute und Paiute in die Gegend, wo sie 1776 auf die ersten Europäer trafen. Eine alte spanische Straße verband Santa Fe mit Los Angeles, die direkt am heutigen Visitors Center vorbeiführte - genau dort, wo heute der Highway gebaut ist. Nahe der Wolfe Ranch gibt es Petroglyphen, die Reiter darstellen. Man geht davon aus, das die Zeichnungen von den Ute stammen da diese Pferde erst nutzten nachdem sie von den Spaniern eingeführt wurden.

Die ersten europäischen Spuren hat der französisch-amerikanische Trapper Denis Julien hinterlassen, dessen Angewohnheit es war, seinen Namen mit Datum in Felsen im ganzen Südwesten einzuritzen. Am 9. Juni 1844 datierte er seine Anwesenheit im heutigen Park.

Der erste weiße Siedler war John Wesley Wolfe, ein Bürgerkriegveteran aus Etna in Ohio. Wolfe kam 1888 mit seinem Sohn Fred hierher weil sein Arzt ihm aufgrund seiner Kriegsverletzungen trockenes Klima empfohlen hatte. 1898 errichteten sie Ranch Wolfe, am Anfang des Trail. Hier unterhielten sie einen kleinen Viehbetrieb bis sie 1910 die Gegend wieder verließen und nach Ohio zurückkehrten. Eine verwitterte Blockhütte, ein kleines Kellerloch, ein Pferch und ein Hauch der Vergangenheit sind alles, was übriggeblieben ist und seit 1971 als National Historic Site die Besucher anzieht. Nach Wolfe kamen Ölsucher, später Vanadium- und Uransucher, die aber alle nur kurz in dieser unwirtlichen und schlecht erschlossenen Gegend blieben. Nur einige wenige "Arch Hunter" verirrten sich gelegentlich in den heutigen Park um neue Bögen zu suchen. So wurden 1941 erst 83 der Arches in einem geologischen Report erwähnt. An dem explosionsartigen Anwachsen der Zahl in der jüngeren Vergangenheit mag man die Erschließung und das zunehmende touristische Interesse erkennen. 1982 zählte man zweihundert, 1984 dreihundert und heute rangiert die Zahl zwischen 1.500 und 2.000.
Edward Abbey

Edward Abbey

Der Autor Abbey Edward lebte hier während seiner späten Schaffensperiode in den 1950ern als er als Parkranger angestellt war. Der Autor, der sich selbst als "a man with the bark still on" (Mann, der noch eine Rinde hat) beschrieb, berichtete in klaren Bildern, wie der Park sich von Jahreszeit zu Jahreszeit verändert und stellte die Feinheiten von Wetter, Felsformationen und Flora heraus, die einzigartig sind für den Arches. Sie erschienen später in seinem Buch "Desert Solitaire".

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